kalachakra

Kalachakra - ein Entwurf der Welt

Im Sommer 2002 fand in Graz eine Kalachakra-Initiation durch den Dalai-Lama statt. Dies hier ist die deutsche Übersetzung eine englische www-Seite zu diesem Thema: 

Die "Kalachakra"-Einweihung

Die "Kalachakra"-Einweihung dauert im Allgemeinen über 12 Tage. Sie beginnt mit 8 Tagen Vorbereitungsritualen, währenddessen die Mönche das Mandala formen. Danach werden die Mönche eingeweiht und erst danach ist es ihnen erlaubt, das fertige Sandmandala zu sehen. Die Zeremonie endet damit, dass die Mönche in einem abschließenden Ritual die positive Energie des Mandalas in die Welt entlassen.

Das tibetische Wort für Einweihung ist "wong-khor", welches sinngemäß "das Erlaubnis geben" bzw. "die Bewilligung zur Ausübung des Tantra" bedeutet. Die Person, die die Einweihung leitet, wird als Ritualmeister oder Varja-Meister bezeichnet, weil das Varja das rituelle Werkzeug darstellt, das die Illusion zerschneidet und den unzerstörbaren Geist repräsentiert. Da das Tantra selbst durch die direkte Übermittlung durch den Varja-Meister lebendig wird, erfüllt die Einweihung das Versprechen des Varja-Meisters, das Tantra ohne irgendeine Einschränkung durchzuführen, immer zum Nutzen für alle fühlenden Wesen.

Während der Einweihung tätigt der Schüler ein ähnliches Versprechen, nämlich die Belehrung zu respektieren und zu ehren. In dieser Weise betreten die Schüler die Gemeinschaft. Die Schüler können verschiedene Niveaus der Verpflichtung eingehen. Bei denjenigen, die die Verpflichtung zu einem immerwährenden bewussten Sein eingehen wollen, wir die Bindung zur Gemeinschaft verstärkt. Alternativ kann die Einweihung auch nur las eine einfache Form der Segnung erhalten werden.

Der Schüler, der sich selbst als Gottheit erzeugt, wird in neue Denkmuster eingeführt, die ihm helfen, alte, zerstörerische Zustände loszulassen, was ihn wiederum näher zur Erfahrung zum Seligkeitsbewusstsein des Kalachakra führt.

Viele schöne Objekte werden im Kalachakra verwendet. Das "thepku" ist ein besonderes Gebäude, indem das Mandala hergestellt wird. Es gibt einen Thron aus Brokate, auf dem der Vajra-Meister, in diesem Falle "Seine Heiligkeit, der Dalai Lama" sitzt, um die Einweihung zu geben. Der Altar der Kalachakra deity enthält sorgfältig ausgesuchte Opfergaben und rituelle Instrumente. Große Seidentapeten des Buddhas, des Kalachakra und verschiedene Schutzgötter umgeben das "thepku", den Thron und den Altar.

Am ersten Tag der Zeremonie ersucht ein Vertreter der Schüler den Varja-Meister um die Einweihung und dieser willigt ein und zeigt sein großes Mitgefühl mit seinen Schülern. Als nächstes bittet der Varja-Meister die lokalen Geister um die Erlaubnis, ihr Heim zu benutzen. Gewöhnlich wollen die Geister am Anfang nicht zustimmen, und um diese zu beschwichtigen, führen die assistierenden Mönche den Erdtanz auf, wobei sie symbolische Gesten mit ihren Händen und Füßen zeigen. Die Betenden, die Musik und der Tanz besänftigen alle sich einmischenden Geister.

Nach dem Tanz erhält der Dalai Lama von Tenma, dem Erdgeist und im Namen aller lokalen Geister die Erlaubnis, mit der Zeremonie fortzufahren. Das Mandala wird währen der Zeremonie viele der Tausende Gottheiten beherbergen, die im Tibetischen Buddhismus existieren. Symbolische Dolche werden nun um das Mandala gelegt, um dieses zu schützen. Alle Objekte, die in den vielen Ritualen benutzt werden, müssen durch den Dalai Lama gesegnet werden, einschließlich der Schnur, die verwendet wird, um das Mandala zu zeichnen und ebenfalls dem farbigen Sand.

Um mit dem Zeichnen zu beginnen, wird die zeremonielle Schnur in flüssigen weißen Kalk getaucht. Das eine Ende festhaltend, während das andere Ende von einem Assistenten gehalten wird, reißt der Varja-Meister an der Schnur, so dass der Kalk auf den Boden fällt und die ersten Linien des Sandmandalas zeichnet. Jedes Mal, wenn der Varja-Meister an der Schnur reißt, erklingt durch das Schnalzen ein Segen Buddhas für die Herstellung des Sandmandalas. Es braucht zwei Tage, um alle Linien zu zeichnen, das Mandala schaut zu diesem Zeitpunkt wie eine gewaltige Konstruktionszeichnung mit einem Durchmesser von 2,10 Meter aus.

Am dritten Tag wird Wasser, das mit einem speziellen Gewürz, Safran, vermischt ist, auf die Linien gestreut, dabei, entfernt der Varja-Meister bestimmte Linien der Konstruktionszeichnung, um die Eingänge für die 722 Gottheiten freizulegen, die während der Zeremonie im Mandala wohnen werden. Ebenfalls werden während dieser Phase Weizenkörner auf dem Mandala platziert, welche Kissen darstellen, auf denen die Götter und Göttinnen eingeladen werden, zu sitzen.

Durch das Zeichnen dreier paralleler Linien streut der Dalai Lama danach erstmals rote, weiße und schwarze Sandkörner nahe dem Zentrum des Mandalas. Diese drei Linien stehen für den Körper, das Reden und den Geist des Buddha. Jetzt fahren die Mönche damit fort, den Sand aufzutragen. Nur um sich der Hunderten von Symbolen im Kalachaktra-entwurf zu erinnern und um zu lernen wie der Sand aufgetragen wird, benötigt es mindestens zwei Jahr intensiven Studiums. In der Mitte beginnend und nach außen fortarbeitend, benutzten die Mönche einen länglichen Trichter, der "Chakpu" genannt wird, um die detaillierten Muster zu schaffen. Wenn zwei Trichter vorsichtig aneinander gerieben werden, fließt der Sand gleichmäßig und fein in einem dünnen Strom in das Mandala. Ein hölzerner Spatel, "shinga" genannt, wird verwendet, um Linien zu glätten und Fehler zu beseitigen.

Nachdem das Mandala schließlich fertig gestellt ist, werden um dieser herum Vasen aufgestellt. Die Seiten des "thepku" werden mit Vorhängen so verhüllt, dass das Mandala nicht vor der dazu festgelegten Zeit gesehen werden kann. Der Dalai Lama dankt den Geistern und deities für ihre Kooperation, indem er ihnen Opfer darbringt. Die Mönche spielen heilige Musik mit Glocken, Gongs, Pauken und riesigen 3,5 Meter langen Posaunen. Auch tanzen sie einen sakralen Tanz, der 1,5 Stunden dauert.

Am neunten Tag, nachdem der Dalai Lama und die Mönche ihre Morgengebete und ihre Meditation beendet haben, erscheinen die Schüler zum ersten Male. Diejenigen, die in die Praxis des Kalachakra eingeweiht werden wollen, legen ein Gelübde ab, Mitgefühl mit allen Lebewesen zu haben, für den Nutzen anderer zu arbeiten und niemals die Geheimnisse des Mandalas zu verraten.

Jedem der Schüler werden zwei Halme des Kusha-Grases gegeben, weil Buddha auf Kusha-Gras gesessen war, als er unter dem Bodhibaum erleuchtet wurde. Die Schüler werden aufgefordert, die langen Halme de Kusha-Grases unter ihrer Matratze und die kurzen unter ihrem Kopfkissen zu legen. Dieses soll den Schülern helfen, sich ihrer Träume dieser Nacht zu erinnern und diese zu studieren.

Am nächsten Tag und nach einigen Vorbereitungen beginnt die eigentliche Einweihung. Nachdem die Schüler gutes Benehmen versprochen haben, bittet der Dalai Lama das Kalachakra, ihnen die Augen zu öffnen. Jeder Schüler hatte eine rote Augenbinde erhalten, um sie über seiner Stirn zu binden als Symbol, dass die Schüler spirituell noch nicht bereit sind, das Mandalas zu sehen, doch nun entfernen sie die Augenbinde, symbolisch das Dunkel der Ignoranz entfernend.

Sie sind nun bereit, das Mandala zu "erkennen".

Als nächstes gibt der Varja-Meister den Schülern die so genannte 7-Kindheits-Einweihungen. Diese Einweihungen helfen den Schülern, während der Zeremonie als ideale Personen wiedergeboren zu werden, die geeignet sind, die perfekte Welt des Mandala zu betreten. Jede dieser Einweihungen korrespondiert mit einem wichtigen Ereignis aus der Kindheit. Die sieben Einweihungen stehen für das Erhalten des Namens, für das erste Bad, den ersten Haarschnitt, die erste Erfahrungen mit den fünf Sinnen, dem Stechen der Ohrläppchen, dem ersten Wort und dem Lesenlernen.

Nachdem die Schüler durch die durchgeführten Kindheitseinweihungen "wiedergeboren" wurden, dürfen sie perfekte Welt des "Rades der Zeit" – der Welt der Erleuchtung, regiert durch die Gottheit Kalachakra. Sie können jetzt das Mandala sehen. Das Kalachakra-Sandmandala zeigt 722 Götter und Göttinnen wie auch den Palast, in dem sie verweilen. Die vier Gesichter der Gottheit, Kalachakra genannt, sind ebenfalls dargestellt. Um seine Gesichter im Mandala darzustellen, werden vier keilförmige und farbige Flächen innerhalb eines Kreises benutzt. Ein blau-schwarzer Keil bzw. Gesicht auf dem Grund des Bildes zeigen nach Osten. Das rote Gesicht schaut nach Süden, das weiße Gesicht nach Norden und das orange oder gelbe Gesicht nach Westen.

Wenn man versinnbildlicht, wie das Mandala von der Sicht der Gottheit ausschaut, schaut innerhalb des Mandalazentrums sein schwarzes Gesicht nach vorne, sein rotes Gesicht nach rechts, sein weißes Gesicht nach links und sein gelbes Gesicht nach hinten. Es gibt Darstellungen von 721 weiteren Gottheiten, außerdem von Tieren, Blumen und Juwelen. Der Palast des Kalachakra, in dem die Götter und Göttinnen leben, ist das größte Feld innerhalb des Kreises. Das Gebäude besitzt fünf Ebenen, und jede dieser Ebenen besteht aus einem Platz mit vier Mauern. In der Mitte jeder Mauer gibt es einen Eingang. Auf dem Weg zur geheimnisvollsten zentralen Palastkammer müssen die Eingeweihten sich durch das Labyrinth der Plätze bewegen. Jeder Platz repräsentiert einen unterschiedlichen Aspekt der erleuchteten Seins.

Das Mandala scheint flach zu sein, aber man kann sein Phantasie benutzen, um es zu einem dreidimensionalen Gebilde mit einem Lotusblumenzentrum zu errichten. Um den Pfand der Erleuchtung nachzuspüren, durchschreitet man das schwarze östliche Tor an der Gebäudeaußenseite. Man befindet sich dann auf dem ersten Plateau des Palastes. Diese Ebene wird das "Mandala des Erleuteten Körpers" genannt. Auf dem halben Weg innerhalb des Körpermandalas gibt es einen weiteren Komplex mit vier Mauern und einem Eingang. Wenn man das Tor durchschreitet, erreicht man das "Mandala des Erleuchteten Redens". Auf dem halben Weg im Inneren kann man einen weiteren Komplex aus vier Mauern und einem Eingängen als "Mandala des Erleuchteten Geistes" entdecken. Auf dem halben Weg innerhalb des Geist-Mandalas gibt es eine quadratische Plattform, die das "Mandala der erleuchteten Weisheit" repräsentiert.

Über dem Weisheits-Mandala findet man eine weitere quadratische Plattform. Dies ist die höchste Ebene des Palastes, dem "Mandala der Großen Seligkeit". Darin befindet sich der achtblättrige Lotus, in dessen Zentrum die Gottheit Kalachakra sein weibliches Gegenstück, Vishvamata, die All-Mutter umarmt. Zusammen symbolisieren sie die völlige Erleuchtung, die Vereinigung von Weisheit und Mitgefühl.

Über das Mandala zerstreut gibt es viele weitere identifizierbare Symbole Zwölf Tiere, die sich auf der niedrigsten Ebene des Palastes befinden, stehen für die zwölf Monate des Jahres. Jedes Tier hält eine Lotusblume mit 30 Gottheiten, die die 30 Monatstage symbolisieren. Um den gesamte Palast liegen kreisförmige Bänder, die die Grundelemente darstellen, ein gelbes für die Erde, ein weißes mit Wellen für das Wasser, ein lachsrotes für das Feuer, eine graues für den Wind und schließlich das äußerste Band, das den Raum und das Bewusstsein repräsentiert. Indem der Varja-Meister den Schülern Verstand und inneres Auge führt, werden sie bereit, in den inneren perfekten Palast einzutreten. Um allerdings erleuchtet zu werden, müssen die Schüler zuerst hart arbeiten, um ihre Meditationstechnik und ihr Mitgefühl zu allen Lebewesen zu vervollkommnen.

Im letzten Teil der Zeremonie spricht der Dalai Lama Gebete, dankt den 722 Gottheiten für ihre Teilnahme und bittet sie, das Mandala zu verlassen und in ihre heiligen Heimstätten zurückzukehren. Er entfernt den Sand, der symbolisch die Gottheiten repräsentiert, dann zerschneidet er das Mandala entlang der originalen radförmigen Linien mit einem rituellen Werkzeug. Der Sand wird ins Zentrum der Plattform gefegt, dann füllen die Mönche ihn in Urnen und transportieren ihn zu einem nahe gelegenen Wasser. Bei Gesang und weiteren Gebeten entleert ein Helfer den Sand in das Wasser und der ideale Friede des Kalachakra fließt in das tägliche Leben. Das aus dem Blickfeld entschwundene Mandala verbleibt für immer in der Erinnerung all derer, die sein perfektes Reich betreten haben.

Die Philosophie des Kalachakra bedeutet auf höchster Ebenem, dass sie von jedem zu jeder Zeit verwendet werden kann. Diese Philosophie drängt uns, eine großartige, reine innere Welt zu erreichen, während man in unserer nicht perfekten irdischen Welt lebt, indem man Kalachakra als ein Modell wählt. Zum Beispiel kommt ein "Reiner Körper" von gesundem Essen und dem Vermeiden von Rauchen, Alkohol und Drogen. "Reine Rede" bedeutet, nicht to klatschen oder unfreundliche Dinge über andere zu sagen. "Reiner Geist" wird erreicht, wenn ärgerliche, hasserfüllte und selbstsüchtige Gedanken vermieden werden. Wenn jeder von uns den Körper, das Reden und den Geist reinigt, können wir inneren Frieden finden. Wenn wir inneren Frieden erreicht haben, ist es schließlich möglich die Seeligkeit oder das absolute Glück zu erfahren.

Quelle: Übersetzung der Internetseite: http://buddhanet.net/kalini.htm

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